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Blutungsneigung unter Oralcephalosporin Cefpodoxim (ORELOX u.a.): Eine 51jährige mit Mitral- und Aortenklappenersatz nimmt neben Phenprocoumon (MARCUMAR u.a.) zwei Wochen lang das Oralcephalosporin Cefpodoxim (ORELOX u.a.) gegen unspezifische Magen-Darm-Beschwerden ein. Darunter fällt der Quick-Wert unter den meßbaren Bereich ab, obwohl die Dosis des Antikoagulans verringert bzw. ausgesetzt und mit Vitamin K (KONAKION N u. a.) gesteuert wird. Zwei Wochen nach Absetzen des Antibiotikums erfordern Bauchschmerzen eine Klinikeinweisung. Im Computertomogramm fallen Einblutungen in die Darmwand und unter die Leberkapsel auf. Das Hämoglobin sinkt um 3 g/dl. Nach Substitution der Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren, deren Konzentration unter 5% liegt, erholt sich die Patientin (Bremer Modell/NETZWERK 8685). Cephalosporine können die zur Bildung von aktiven Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren notwendigen Carboxilierungsreaktionen hemmen sowie möglicherweise die Aktivierung des Vitamins. Die Wechselwirkung scheint gehäuft bei Abkömmlingen zur parenteralen Anwendung mit substituiertem oder nichtsubstituiertem N- Methylthiotetrazol-Ring vorzukommen wie Cefamandol (MANDOKEF), Cefmenoxim (TACEF), Cefoperazon (CEFOBIS), Cefotetan (APATEF) und Cefotiam (SPIZEF), ist aber auch bei Vertretern mit strukturähnlichen Seitenketten wie Ceftriaxon (ROCEPHIN), Cefoxitin (MEFOXITIN) und Cefazolin (GRAMAXIN u.a.; NETZWERK-Bericht 8534) beschrieben. Besonders gefährdet sind Patienten mit konsumierenden Erkrankungen, Mangelernährung, Leber- bzw. Niereninsuffizienz oder parenteraler Ernährung. Unter dem oralen Cephalosporin Cefaclor (PANORAL u.a.) tritt die Interaktion ebenfalls vereinzelt auf. Für Cefpodoxim war sie bisher nicht bekannt (DUKES, M. N. G. [Hrsg.]: "Meyler's Side Effects of Drugs", 12. Aufl., Elsevier, Amsterdam, 1992, Seite 624f; PANORAL-Fachinformation, Stand April 1995/ati d).


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