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Korrespondenz

WENIGER THROMBOEMBOLIEN BEI PERKUTANER HORMONSUBSTITUTION?

Kann nicht durch die Applikationsweise der Östrogene das Thromboembolierisiko (vgl. a-t 11 [1996], 105) entscheidend beeinflußt werden? So wird doch postuliert, dass erst durch die Verstoffwechselung der Hormone in der Leber die Gerinnungsbereitschaft erhöht wird. Dies würde aber bedeuten, dass bei Umgehung des Pfortaderkreislaufs mittels perkutaner Applikation keine Beeinflussung des Thromboserisikos zu befürchten wäre.

Dr. med. D. PEWSNER (FMH Innere Medizin)
CH-3012 Bern

Noch bleibt offen, wie Östrogene das Risiko tiefer Venenthrombosen erhöhen. Die bekannten Effekte auf die Blutgerinnung reichen als Erklärung nicht aus.1 Für eine erhöhte Gerinnungsbereitschaft durch Verstoffwechselung der Hormone in der Leber finden wir keine Daten. In einer der vier jüngsten Fall-Kontroll-Studien zum Thromboembolierisiko unter Hormonsubstitution in und nach den Wechseljahren berücksichtigen die Autoren die Zubereitungsform. Östrogenpflaster verdoppeln demnach die Thromboemboliegefahr. Die Gefährdung unterscheidet sich nicht signifikant von der durch eingenommenes Hormon,2 -Red.

1  VANDENBROUCKE, J. P., F. M. HELMERHORST: Lancet 348 (1996), 972
2  DALY, E. et al.: Lancet 348 (1996), 977


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