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Psoriasis und Cholesterinsynthesehemmer: Ein 47jähriger erleidet nach zehntägiger Einnahme von Simvastatin (DENAN u.a.) einen Psoriasis-Schub, berichtet uns eine Hautärztin aus Süddeutschland. Nach Absetzen des Cholesterinsynthesehemmers bessert sich die Haut zwar, die Veränderungen bleiben aber über Monate bestehen. Der Mann war zuvor 20 Jahre lang erscheinungsfrei (NETZWERK-Bericht 6609). Eine 65jährige klagt drei Wochen nach Umstellen von Nikotinsäure (früher: NICONACID) auf Simvastatin über Gelenkschmerzen. Einen Tag später finden sich am ganzen Körper erstmalig psoriasiforme Hautveränderungen, die sich nach Absetzen unter selektiver Ultraviolett-Phototherapie langsam zurückbilden (4535). Eine Berlinerin beobachtet eine Verschlimmerung ihrer Schuppenflechte, ebenfalls unter Simvastatin (8780). Bei einem 46jährigen aus dem Ruhrgebiet tritt nach siebenmonatiger Einnahme von Pravastatin (PRAVASIL N u.a.) ein psoriasiformes Ekzem auf, das sich nach Absetzen bessert (5096). Die Haut benötigt Cholesterin zum Erhalt ihrer Permeabilitätsbarriere. Im Tiermodell löst auf die Haut aufgetragenes Lovastatin (MEVINACOR) eine Verbreiterung der Epidermis (Akanthosis), Erythem, Schuppung, Hyperkeratose und eine gesteigerte DNA-Synthese mit epidermaler Hyperplasie aus - Veränderungen, die auch für Psoriasis typisch sind (FEINGOLD, K. R. et al.: J. Invest. Dermatol. 96 [1991], 201). Die Hersteller von Lovastatin, Pravastatin und Fluvastatin (LOCOL u.a.) dokumentieren wenige Berichte, vorwiegend über Verschlechterungen bestehender Schuppenflechten (Astra, MSD: Schreiben vom 4. Febr. 1997, Bristol-Myers Squibb: Schreiben vom 5. Febr. 1997). Fachinformationen und Rote Liste 1996 geben keinen Hinweis auf die Möglichkeit der Auslösung oder Verschlimmerung der Hauterkrankung. Wir bitten unsere Leser bei entsprechendem Verdacht um einen Bericht an das NETZWERK.


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