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Grippeimpfstoffe 97/98 im Vergleich: Spätestens jetzt im November empfiehlt es sich, gefährdete Personen wie über 60- jährige, Erwachsene und Kinder mit chronischen Erkrankungen von Herz, Nieren oder Atemwegen, Diabetes, chronischer Änämie, angeborener oder erworbener Immunschwäche u.a. gegen Virusgrippe zu impfen (a-t 9 [1995], 90). In Deutschland soll die Durchimpfungsrate der Risikogruppen nur bei etwa 30% liegen im Vergleich zu 65% in den USA (Dtsch. Ärztebl. 94 [1997], C-1916). Die Antigenzusammensetzung der verfügbaren Vakzinen entspricht den aktuellen Empfehlungen der WHO. Treten neue Viren-Subtypen auf, versagt die Vorsorgemaßnahme. Der neue Erreger H5N1, an dem im Mai in Hongkong ein dreijähriger Junge starb, scheint sich bisher nicht weiter ausgebreitet zu haben. Die fünf hierzulande angebotenen Produkte unterscheiden sich nur geringfügig: Die Spaltimpfstoffe BEGRIVAC, INFLUSPLIT SSW und MUTAGRIP enthalten neben den für die protektive Wirkung verantwortlichen Oberflächenantigenen Hämagglutinin und Neuraminidase noch Reste von Virus-Hüllproteinen, die sogenannten Subunit-Impfstoffe GRIPPE-IMPFSTOFF PB und INFLUVAC hingegen nicht. Eine aus dem höheren Reinheitsgrad abgeleitete bessere Verträglichkeit entpuppt sich jedoch als nicht belegte Marketing-Behauptung. Für alle genannten Vakzinen werden die Viren auf bebrüteten Hühnereiern angezüchtet. Die Konzentration des Konservierungsmittels Thiomersal liegt im GRIPPE-IMPFSTOFF PB mit maximal 5 µg um eine Zehnerpotenz niedriger als in den anderen Präparaten. BEGRIVAC enthält statt dessen die verwandte Quecksilberverbindung Timerfonat. Formaldehyd dient der Virusinaktivierung. Schließlich weisen alle Impfstoffe Spuren der Antibiotika Neomycin, Polymyxin und/oder Gentamicin auf. Die Kosten unterscheiden sich pro Spritzampulle mit 17,11 DM (MUTAGRIP) bis 18,38 DM (BEGRIVAC) höchstens um 7%, -Red.


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