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Korrespondenz

ANTIBIOTIKA - WIE EXAKT
IST DIE DREIMAL TÄGLICHE DOSIERUNG EINZUHALTEN?

Eine antibiotische Therapie mit Cefalexin (CEPOREXIN) dreimal täglich sollte nach der Entlassung in ein Pflegeheim fortgesetzt werden... Ich stellte dann fest, dass die dortigen Mitarbeiter die einzelnen Gaben zu den Mahlzeiten verabreichten, und zwar um 8.00, 12.00 und 18.00 Uhr. Das bedeutet m. E. eine Therapiepause von 14 Stunden zur Nachtzeit. Ist das tolerierbar?...

Dr. med. R. DIEL (Arzt für Allgemeinmedizin)
D-30161 Hannover

...Gegen die angegebenen Dosierungsintervalle ist überhaupt nichts einzuwenden. Vergleichende Untersuchungen der Mahlzeit-orientierten Einnahme versus exakt alle 8 Stunden sind mir nicht bekannt, wohl aber Untersuchungen, dass man das drei- oder viermal tägliche Applikationsintervall z.B. von Penizillin oder von Makroliden bei Angina, Sinusitis, Otitis media, Bronchitis auf zweimal täglich (alle 12 Stunden) reduzieren kann, ohne dass der Therapieerfolg reduziert wird...

Prof. Dr. med. F. DASCHNER
Klinik. d. Albert-Ludwigs-Univers., Inst. f. Umweltmed. u. Krankenhaushyg.
D-79106 Freiburg

...Für die Bedingungen eines Pflegeheims gibt es genug Antibiotika mit verlängerter Halbwertszeit, die zweimal täglich gegeben werden können... Zumindest bei bakteriziden Substanzen ist eine dauernde Bereitstellung von Spiegeln nicht erforderlich. Möglicherweise ist sogar eine intermittierende Therapie effizienter als eine Dauertherapie.

Prof. Dr. med. W. STILLE
Klinikum der J.W. Goethe-Universität, Zentrum Medizin/Infektiologie
D-60590 Frankfurt/Main

...Bei Substanzen mit kurzer Halbwertszeit unter zwei Stunden sollte tatsächlich die mindestens dreimal tägliche Einnahme gewährleistet sein, mit relativ zuverlässiger Einhaltung des Acht-Stunden-Intervalls. Allerdings haben auch eigene Studien gezeigt, dass durch die Veränderung der renalen Elimination während der Nachtstunden durchaus während dieser Zeit ein zwölfstündiges Intervall, also z.B. eine Einnahme abends um 20.00 Uhr und dann wieder morgens um 8.00 Uhr, auch bei Substanzen, wie z.B. Betalaktam-Antibiotika, möglich ist und durchaus noch zu ausreichenden Spiegeln in den Morgenstunden beiträgt...

Prof. Dr. med. H. LODE
Krankenhaus Zehlendorf, Lungenklinik Heckeshorn
D-14109 Berlin


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