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Nebenwirkungen

HEPATITIS DURCH PARKINSONMITTEL TOLCAPON (TASMAR)

Wenige Monate nach Marktrücknahme des Kalziumant-agonisten Mibefradil (POSICOR; a-t 6 [1998], 53) sieht sich Roche erneut zu Maßnahmen zur Risikoabwehr für ein neues Produkt gezwungen. Das seit einem Jahr erhältliche Zusatztherapeutikum gegen Morbus PARKINSON Tolcapon (TASMAR; a-t 1 [1998], 2) verursacht - ohne Einberechnung einer Dunkelziffer - bei einem von 10.000 Behandelten Hepatitis. Zwei Patienten verstarben an Leberkoma beziehungsweise Lebernekrose.

Leberfunktionswerte sollen jetzt im ersten Vierteljahr nach Behandlungsbeginn alle drei Wochen kontrolliert werden (zuvor monatlich). Ab dem Dreifachen des oberen Normwertes der GPT (zuvor beim Fünffachen) ist Tolcapon abzusetzen. Die Tagesdosis von 300 mg soll nur in Ausnahmesituationen überschritten werden.1,2

Ob sich das Risiko der Leberschädlichkeit durch Dosisbegrenzung wesentlich mindern lässt, erscheint uns fraglich, da diese nicht eindeutig dosisabhängig verläuft. In drei Langzeitstudien mit Tolcapon finden sich sechs bis zwölf Wochen nach Behandlungsbeginn Transaminasenanstiege auf über das Dreifache der Norm bei 7 (3,1%) von 227 unter 300 mg Tolcapon/Tag und bei 9 (4%) von 224 Patienten unter täglich 600 mg.3 Art der Leberschädigung und zeitlicher Verlauf deuten auf einen immunogenen Mechanismus hin. Das Auftreten einer fulminanten Hepatitis ist meist nicht vorhersehbar. Die Indikation für Tolcapon ist somit sehr streng zu stellen. Auch bei bestehender Therapie ist zu prüfen, ob der Nutzen die Risiken überwiegt. Wir bitten bei Unverträglichkeit um Berichte an das NETZWERK, - Red.

1

Roche: Ärzteanschreiben vom 16. Okt. 1998

2

Scrip 2381 (1998), 17 und 2382 (1998), 22

3

ASSAL, F. et al.: Lancet 352 (1998), 958


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