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Ursodeoxycholsäure (URSOFALK u.a.) bei primärer biliärer Zirrhose? Die primäre biliäre Zirrhose ist wahrscheinlich autoimmun bedingt. Der fortschreitende Umbauprozess der intrahepatischen Gallengänge führt zu Fibrose und Zirrhose der Leber. Langfristig wird eine Lebertransplantation erforderlich. Hoffnungen wurden auf Ursodeoxycholsäure (UDC, URSOFALK u.a.) gesetzt, nachdem sich immunmodulatorische Medikamente nicht als wirksam erwiesen. Die hydrophile Gallensäure verringert in mehreren plazebokontrollierten Studien erhöhte Leberenzym- und Bilirubinwerte sowie die Konzentration antimitochondrialer Antikörper (a-t 7 [1994], 63). Auch über Verbesserung histologischer Leberveränderungen wird berichtet. Der Einfluss von UDC auf Lebenserwartung oder klinische Progredienz ist jedoch zweifelhaft. Das Fazit einer systematischen Übersicht randomisierter plazebokontrollierter Studien bis Mitte 1998 fällt jetzt ernüchternd aus: Zwar bestätigen sich in der Metaanalyse die günstigen Effekte auf laborchemische Surrogatparameter. Klinisch relevante Endpunkte wie Fortschreiten des histologischen Umbaus, Gesamtsterblichkeit, Sterblichkeit auf Grund von Lebererkrankung, Lebertransplantation oder Komplikation der Lebererkrankung bleiben jedoch unbeeinflusst (GOULIS, J. et al.: Lancet 354 [1999], 1053). UDC kann somit nicht mehr als Therapeutikum für die primäre biliäre Zirrhose angesehen werden. Diese Einschätzung wird durch zwei weitere aktuelle Übersichtsarbeiten gestützt (Drug Ther. Bull. 37 [1999], 30; GLUUD, C., E. CHRISTENSEN: J. Hepatol. 30 [1999], 83 A [abstract]).


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