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Nutzt Eradikation von Helicobacter pylori bei Reizmagen? Die medikamentöse Behandlung des Reizmagens ("Dyspepsie") ist zumeist symptomatisch. Epidemiologische Hinweise lassen einen Zusammenhang der Beschwerden mit Helicobacter-pylori-Infektionen denkbar erscheinen. Unklar ist, welchen Nutzen eine Eradikationstherapie bringt, die bei Ulkuserkrankungen Standard ist. Eine systematische Übersicht randomisierter Studien lässt eine geringgradige Besserung dyspeptischer Beschwerden erkennen. Die Folgerung der Autoren, dass die Eradikation die Besserungsrate dyspeptischer Symptome annähernd verdopple, bleibt auf Grund methodischer Fehler fraglich. Die fünf gemeinsam ausgewerteten Studien unterscheiden sich beträchtlich in Therapie (Tripleschemata oder Einzelmedikamente) und Dauer (weniger als acht Wochen bis zwölf Monate). Nur englischsprachige Untersuchungen werden berücksichtigt. Alle Studien wurden bei Patienten durchgeführt, die zu Gastroenterologen oder in Spezialabteilungen überwiesen wurden. Sie sind nicht auf Patienten einer Allgemeinarztpraxis übertragbar (JAAKKIMAINEN, R. L. et al.: Brit. Med. J. 319 [1999], 1040 und electronic responses: http:// www.bmj.com/cgi/eletters/319/7216/1040). Die Zweifel werden durch eine in die Metaanalyse nicht eingeschlossene aktuelle Langzeitstudie bestätigt. Dort bleibt eine Triple-Therapie ohne Einfluss auf dyspeptische Beschwerden (TALLEY, N. J. et al.: N. Engl. J. Med. 341 [1999], 1106). Für Patienten mit dyspeptischen Oberbauchbeschwerden in der Hausarztpraxis bleiben unseres Erachtens Prokinetika wie Metoclopramid (PASPERTIN u.a.) und H2-Antagonisten wie Ranitidin (ZANTIC u.a.) Mittel der Wahl und Säureblocker wie Omeprazol (ANTRA u.a.) Reservetherapeutika, - Red.


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