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Tibolon (LIVIELLA) im Spiegel des NETZWERK: Etwa vier Wochen nach Beginn der Behandlung mit dem Hormonersatzmittel Tibolon (LIVIELLA; a-t 3 [1999], 29) bemerkt eine 50-jährige Frau sensorische Missempfindungen in den Füßen, die sich unter weiterer Einnahme in den folgenden Monaten symmetrisch auf Beine und Hände ausdehnen. Gestörte Tiefensensibilität und abgeschwächte Eigenreflexe bleiben auch nach Absetzen erhalten, während die gleich zu Beginn auffälligen Leberenzymerhöhungen rückläufig sind (NETZWERK-Bericht 10.183). Bei einer anderen Frau schwillt nach sechstägiger Einnahme das Gesicht an, die geschwollene Zunge erschwert das Sprechen. Kopfschmerzen, Augendruck und Schwindel beeinträchtigen das Wohlbefinden (10.196). Ventrikuläre Extrasystolen und Vorhofflimmern bei einer 56-Jährigen bessern sich nach Absetzen (10.224). In vielen Ländern wie den USA ist das hierzulande seit März 1999 erhältliche Tibolon nicht zugelassen. Die Erfahrungen mit seinen androgenen, östrogenen und gestagenen Wirkungen sind somit beschränkt. In der Fachinformation von LIVIELLA (Stand Januar 1999) finden sich in insgesamt achteinalb Zeilen außer "Kopfschmerzen" und "Ödeme" keine Hinweise auf die oben beschriebenen Störwirkungen. Auch Hypertonie, menopausale Beschwerden, Akne, Haarausfall, allergische Reaktionen, muskuloskeletale Beschwerden und Netzhautablösung - dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte als Verdachtsmeldungen zugegangen (BfArM: Schreiben vom 26. Nov. 1999) - werden bislang in der Fachinformation nicht erwähnt.


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