Die Information für Ärzte und Apotheker
Neutral, unabhängig und anzeigenfrei
Kein Abonnent? Das arznei-telegramm® finanziert sich ausschließlich über Abonnements.
Bestellen Sie ein Probeabo
vorheriger Artikela-t 2001; 32: 64nächster Artikel
Nebenwirkungen

EINSCHRÄNKUNGEN FÜR RAUCHERENTWÖHNUNGS­MITTEL BUPROPION (ZYBAN)

Verschärfte Anwendungsrichtlinien sollen jetzt EU-weit die Risiken des als Raucherentwöhnungsmittel angebotenen Bupropion (ZYBAN) verringern.1 Von den mehr als 5.000 Nebenwirkungsmeldungen in Verbindung mit Bupropion entfallen in Großbritannien derzeit 126 auf Krampfanfälle.2 In Deutschland überblickt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte lediglich 107 Verdachtsberichte in Verbindung mit Bupropion, davon 11 Krampfanfälle.3

Um die Gefährdung durch das amfetaminartige Raucherentwöhnungsmittel zu verringern, darf die Dosis nunmehr erst ab dem 7. Tag auf zweimal täglich 150 mg erhöht werden (zuvor ab Tag 4). Werden Arzneimittel eingenommen, die die Krampfschwelle erniedrigen, soll auf Bupropion verzichtet werden. Erscheint die Verwendung in Ausnahmesituationen gerechtfertigt, darf eine Tagesdosis von 150 mg nicht überschritten werden. Dies gilt bei gleichzeitiger Einnahme von Appetithemmern oder anderen Stimulanzien, sedierenden Antihistaminika, Glukokortikoiden, Gyrasehemmern, Malariamitteln wie Chloroquin (RESOCHIN u.a.) oder Proguanil (PALUDRINE), Neuroleptika wie Clozapin (LEPONEX u.a.), Olanzapin (ZYPREXA), Risperidon (RISPERDAL) oder Thioridazin (MELLERIL u.a.), Theophyllinen oder Tramadol (TRAMAL u.a.). Die Dosisbegrenzung betrifft beispielsweise auch Diabetiker, die Insulin oder orale Antidiabetika verwenden.

Verschiedene Produkte können die Plasmaspiegel von Bupropion erhöhen und damit dessen Verträglichkeit herabsetzen, beispielsweise Cimetidin (TAGAMET u.a.), Cyclophosphamid (ENDOXAN u.a.) und Valproat (ERGENYL u.a.).

Wir bezweifeln, dass sich mit den angekündigten Maßnahmen und umfangreichen Hinweisen auf Interaktionen das Problemarzneimittel Bupropion in den Griff bekommen lässt. Verzicht auf das riskante Medikament erscheint uns als die logische Konsequenz (a-t 2001; 32: 35 und 56).

© 2001 arznei-telegramm

Diese Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen ist nur mit Genehmigung des arznei-telegramm® gestattet.