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Lang wirksame Betamimetika bei Asthma - kein Ersatz für Kortikosteroide: Mittel der ersten Wahl zur Basistherapie des persistierenden Asthmas sind inhalative Kortikosteroide. Lang wirksame Betamimetika wie Salmeterol (AEROMAX, SEREVENT) werden zusätzlich bei nächtlichem Asthma oder bei unzureichender Monotherapie mit Kortikoiden empfohlen. In zwei randomisierten Studien untersuchen amerikanische Lungenärzte, ob unter zweimal täglicher Anwendung von zwei Hub Salmeterol (entsprechend einer Abgabe von 50 µg) die Dosis von inhalativem Triamcinolon (USA: AZMACORT) reduziert oder das Kortikoid ganz abgesetzt werden kann. Das bei Inhalation vergleichsweise schwach wirksame Triamcinolon ist in dieser Applikationsart in Deutschland nicht zugelassen. In der ersten Studie inhalieren 164 zuvor mit zweimal täglich 400 µg Triamcinolon gut eingestellte Patienten unter engmaschiger Überwachung 16 Wochen lang Salmeterol, Plazebo oder weiterhin das Kortikoid. Anders als unter Plazebo unterscheiden sich Peak flow, Asthma-Symptome oder Bedarf an kurz wirksamen Betamimetika unter Salmeterol nicht von von der Kortikoidgruppe. Akute Asthmaexazerbationen und Therapieversagen, z.B. die erforderliche Behandlung mit systemischem Kortikosteroid, sind jedoch unter Salmeterol mit 20% und 24% ebenso wie unter Plazebo (29% und 36%) deutlich häufiger als unter Triamcinolon (6% und 7%). Entzündungsmarker wie Eosinophile im Sputum nehmen unter Salmeterol ebenfalls zu. Achtung: Die Asthmaverschlechterung nach Kortikoidentzug lässt sich demnach durch Salmeterol nicht verhindern, wird aber durch unauffälligen Verlauf z.B. des Peak flow in Gegenwart des Betamimetikums maskiert (LAZARUS, S.C. et al.: JAMA 2001; 285: 2583-93, ati d). An der zweiten Studie nehmen 175 Patienten teil, die für eine gute Asthma-Kontrolle Salmeterol zusätzlich zu zweimal täglich 400 µg Triamcinolon benötigen. In der Prüfgruppe, deren Triamcinolon-Dosis um 50% gesenkt wird, versagt die Therapie innerhalb von acht Wochen bei 8,3%. In der Kontrollgruppe, die weiterhin das Kortikoid in der ursprünglichen Dosis inhaliert, beträgt die Versagerrate lediglich 2,8% (relatives Risiko 2,2, 95%iger Vertrauensbereich 0,5 bis 9,2). Der Unterschied ist zwar statistisch nicht signifikant, einen Rückschluss auf therapeutische Gleichwertigkeit der beiden Regime lässt die kleine Kurzzeitstudie jedoch nicht zu. Vollständiger Verzicht auf das Kortikoid in einer zweiten achtwöchigen Phase erhöht auch in dieser Untersuchung die Rate von Therapieversagen signifikant: 46,3% vs. 13,7% (LEMANSKE, R.F. et al.: JAMA 2001; 285: 2594-603).

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