Die Information für Ärzte und Apotheker
Neutral, unabhängig und anzeigenfrei
Bis zu 36 CME-Punkte pro Jahr für Ärzte und 12 Fortbildungspunkte für Apotheker mit dem arznei-telegramm®.
Bestellen Sie ein Probeabo
vorheriger Artikela-t 2001; 32: 111nächster Artikel
Kurz und bündig

Hilft Zink bei Erkältungen? "Stärkt das Immunsystem", "schützt vor Erkältungen" - werben Hersteller für Zinkprodukte (z.B. CURAZINK, UNIZINK). Durch den wissenschaftlichen Kenntnisstand sind die Versprechen nicht gedeckt. Einer systematischen Übersicht randomisierter kontrollierter Studien zufolge gibt es keine hinreichenden Belege dafür, dass Zink Erkältungen verhindert oder verkürzt (MARSHALL, I.: The Cochrane Library, Issue 4, 2001. Oxford: Update-Software). Obwohl beispielsweise Zink-Histidin (CURAZINK) zur Stärkung des Immunsystems beworben wird, ist dieses Produkt nur für die Behandlung eines klinisch gesicherten Mangelzustands zugelassen (Redinomedica: Fachinformation CURAZINK, Stand Okt. 2000). In mitteleuropäischen Ländern wird der tägliche Zinkbedarf von 7 mg bis 10 mg durch die Nahrung gedeckt (a-t 1989; Nr. 4: 37). Gefahr eines Zinkmangels besteht nur bei Ernährung ohne tierische Eiweiße oder bei Resorptionsstörungen, beispielsweise im Rahmen von chronischen Darmerkrankungen wie Morbus CROHN. Erhöhte Zufuhr von Zink kann aber beispielsweise zu Kupfermangel führen und Blutbildungsstörungen verursachen (Med. Letter 1997; 39: 9-10). Wir raten von Zinkprodukten bei Erkältungen ab.

© 2001 arznei-telegramm

Diese Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen ist nur mit Genehmigung des arznei-telegramm® gestattet.