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Tabletten teilen, Methoden im Vergleich

Nach einer aktuellen Untersuchung vom Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker (ZL) eignen sich Tablettenteiler nicht für alle Tabletten, und das Teilen mit einem Messer ist "besser als sein Ruf" (TAWAB, M. et al.: Pharm. Ztg. 2011; 156: 3835-40; http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=39800). Die Versuchspersonen im Alter von 17 bis über 65 Jahren sind in ihrer Fingerfertigkeit nicht eingeschränkt (ZL: Schreiben vom 15. Nov. 2011). Beurteilt werden 12 Arzneimittel. Nach einer Methode des Europäischen Arzneibuchs wird eines der beiden Tablettenbruchstücke von jeweils 30 zufällig ausgewählten Tabletten pro Arzneimittel gewogen und die Abweichung der Einzelwägung vom Mittelwert aller Wägungen bestimmt. Bei den Tablettenteilern CareLiv, Dr. Junghans, Easylife, Rehaforum Medical und Sanctus fallen relativ häufig unzulässige Abweichungen auf. Der Tablettenteiler Exakt, die manuelle Teilung und die Teilung mit dem Messer erzielen deutlich bessere Ergebnisse und sind daher bei ausreichenden motorischen Fähigkeiten entsprechend dieser Untersuchung geeigneter. Bei einem systematischen Vergleich fanden belgische Autoren hingegen bei der Prüfung von 1.200 Tabletten für den - nicht vom ZL getesteten - Tablettenteiler Pilomat bessere Ergebnisse als für die Messermethode (a-t 2011; 42: 30). Insgesamt hängt das Ergebnis einer Teilung vom Patienten und dessen Fähigkeiten, der angewandten Methode sowie von den Eigenschaften der Tablette (z.B. Festigkeit) ab, die man dieser jedoch in der Regel nicht ansehen kann. Aus Gründen der Arzneimittelsicherheit und Dosiergenauigkeit empfehlen wir, Tabletten nur in begründeten Ausnahmefällen zu teilen, -Red.

© 2011 arznei-telegramm, publiziert am 2. Dezember 2011

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