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Angioödem unter Tadalafil (CIALIS)

Für ihren Partner besorgt eine Frau in einer Apotheke in der Türkei das Potenzmittel LIFTA mit dem Wirkstoff Tadalafil (CIALIS). Nach erstmaliger Einnahme entwickelt der 59-jährige Diabetiker akut ein lebensbedrohliches Angioödem der Zunge und muss mehrere Tage lang auf der Intensivstation künstlich beatmet werden. Während des zweieinhalbwöchigen Klinikaufenthaltes klingt die Zungenschwellung nur langsam ab. Die Sprache ist zunächst verwaschen und das Schlucken erschwert. Während die Klinikärzte von einem infektassoziierten Angioödem ausgehen, vermutet der berichtende Internist einen Zusammenhang mit Tadalafil (NETZWERK-Bericht 16.208). Um auszuschließen, dass es sich um eine Arzneimittelfälschung handelt, haben wir die LIFTA-Tabletten überprüfen lassen. Das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker bestätigt den deklarierten Wirkstoffgehalt von 20 mg. Hinweise auf unbekannte Bestandteile ergeben sich chromatografisch nicht (ZL-Prüfbericht vom 23. Nov. 2012). In einem der nach Marktzulassung regelmäßig vom CIALIS-Anbieter Lilly erstellten Sicherheitsberichte an die Europäische Arzneimittelbehörde sind Quincke-Ödeme unter dem Potenzmittel aufgefallen (EMA: CIALIS - Procedural steps taken and scientific information after the authorisation, 19. Juli 2012). Seit November 2012 nennt die Fachinformation von CIALIS daher Angioödem als seltene unerwünschte Wirkung (Lilly: Fachinformation CIALIS, Stand Nov. 2012).

© 2012 arznei-telegramm, publiziert am 7. Dezember 2012

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