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Erste Endpunktstudie mit Inkretin-basiertem Antidiabetikum negativ – Diskussion um Pankreasschädigung ebbt nicht ab

Die erste Endpunktstudie mit einem Inkretin-basierten Antidiabetikum, dem Dipeptidyl-Peptidase-4-Hemmer Saxagliptin (ONGLYZA), ist nach vorläufigen Daten negativ ausgefallen: Wie die Anbieter AstraZeneca und Bristol-Myers Squibb mitteilen, hat Saxagliptin als Zusatz zur bisherigen Therapie auf den primären Wirksamkeitsendpunkt, einer Kombination aus Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulär bedingtem Tod, keinen günstigeren Einfluss als Plazebo. 16.500 Patienten mit Typ-2-Diabetes und erhöhtem kardiovaskulären Risiko haben an der multinationalen Studie teilgenommen (AstraZeneca et al.: Presseerklärung vom 19. Juni 2013). Saxagliptin ist das erste Antidiabetikum, das in den USA nach Inkrafttreten einer neuen Richtlinie zugelassen wurde, die von den Herstellern neuer Antidiabetika die Durchführung von Studien mit kardiovaskulären Endpunkten fordert (WOOD, S.: Heartwire vom 19. Juni 2013). Auch wegen ihrer potenziellen Risiken bleiben die Inkretinmimetika in der Diskussion (a-t 2013; 44: 40): Eine vom US-amerikanischen Institute for Safe Medication Practices (ISMP) durchgeführte Analyse der von der FDA über ein Jahr erfassten Spontanberichte findet erneut Risikosignale sowohl für Pankreatitis als auch für Pankreaskarzinom unter Inkretinmimetika (ISMP: Quarter Watch, 18. Apr. 2013; vgl. a-t 2011; 42: 47). Ein Anfang Juni publizierter Beitrag im British Medical Journal wirft der Industrie unter anderem Unterdrückung kritischer Daten aus Tierversuchen mit Affen zu dieser Frage vor (COHEN, D.: BMJ 2013; 346: f3680, 9 Seiten). Gleichzeitig schlägt die amerikanische Diabetesgesellschaft eine unabhängige Bewertung der verfügbaren klinischen und pathologischen Daten zu diesem Thema vor und fordert alle Hersteller von Inkretinmimetika auf, ihre patientenbezogenen Studiendaten dafür zur Verfügung zu stellen (American Diabetes Association: Presseerklärung vom 10. Juni 2013). Wir raten weiterhin von Inkretinmimetika bei Typ-2-Diabetes ab, –Red.

© 2013 arznei-telegramm, publiziert am 5. Juli 2013

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