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Korrespondenz

NEUES ZU RANOLAZIN (RANEXA) BEI ANGINA PECTORIS?

Ich war vor einiger Zeit auf einer Fortbildung, wo in epischer Breite über Ranolazin (RANEXA) in der konservativen Behandlung der koronaren Herzkrankheit berichtet wurde. Eine Recherche im Archiv des a-t zeigte einen Artikel aus 2009 mit der Bewertung "kein Nutzen" (a-t 2009; 40: 26-7). Gibt es mittlerweile Daten, die einen Nutzen belegen?

Dr. med. R. BEVERUNGEN (Fachärztin für Allgemeinmedizin)
D-37671 Höxter
Interessenkonflikt: keiner

Nach Veröffentlichung unserer Bewertung des antianginös wirkenden Piperazinderivats Ranolazin (RANEXA) im März 2009 (a-t 2009; 40: 26-7) wurde bei stabiler Angina pectoris im Wesentlichen die große doppelblinde randomisierte TERISA-Studie1 publiziert. An dieser Phase-IV-Studie nehmen 949 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und koronarer Herzkrankheit teil, die mit ein oder zwei antianginösen Arzneimitteln behandelt werden. Um diese Voraussetzung für die Aufnahme in die Studie zu erreichen, konnten Präparate aber auch abgesetzt werden. Ob die Patienten zu Studienbeginn eine optimale antianginöse Basistherapie erhalten, bleibt unklar. Nach vierwöchiger Plazebo-Run-in-Phase nehmen sie acht Wochen lang zusätzlich zu ihrer bisherigen Medikation Ranolazin oder Plazebo ein. Die Zieldosierung liegt mit zweimal täglich 1.000 mg oberhalb der hierzulande zugelassenen maximalen Tagesdosis von zweimal täglich 750 mg.2 Primärer Endpunkt ist die mittlere wöchentliche Häufigkeit von Angina-pectoris-Anfällen in den Wochen 2 bis 8. Unter Ranolazin wird sie um 0,3 Anfälle und damit allenfalls gering stärker reduziert als unter Plazebo (von 6,6 [Ranolazingruppe] bzw. 6,8 in der Run-in-Phase auf 3,8 bzw. 4,3). Hinsichtlich des Gebrauchs von sublingualem Nitroglyzerin (NITROLINGUAL u.a.) wird ebenfalls ein statistisch signifikanter Vorteil zu Gunsten von Ranolazin errechnet.1 Berücksichtigt man jedoch die unterschiedlich häufige Nitroglyzerinanwendung vor Therapiebeginn, so ergibt sich kein Unterschied zwischen den Gruppen.

Bei Patienten, die trotz optimaler antianginöser Therapie weiterhin Beschwerden haben, ist Ranolazin (RANEXA) unverändert nicht hinreichend geprüft. In der zugelassenen Indikation, der symptomatischen Therapie der chronisch stabilen Angina pectoris, wenn Standardmittel nicht ausreichen, ist sein Stellenwert weiterhin unklar. Wir sehen daher nach wie vor keine Indikation, -Red.

  (R =randomisierte Studie)
R  1 KOSIBOROD, M. et al.: J. Am. Coll. Cardiol. 2013; 61: 2038-45
2 Berlin-Chemie, Menarini: Fachinformation RANEXA, Stand Nov. 2013

© 2014 arznei-telegramm, publiziert am 9. Mai 2014

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