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Korrespondenz

TRIENTIN (CUFENCE, CUPRIOR) BEI MORBUS WILSON EXTREM TEUER

Zur Behandlung des Morbus WILSON, einer seltenen Kupferspeicherkrankheit, gibt es mehrere Medikamente. Mittel der ersten Linie ist Penicillamin (METALCAPTASE) mit Jahrestherapiekosten von ca. 1.400 €. Wenn dieses nicht vertragen wird, kann Trientin (CUFENCE, CUPRIOR) eingesetzt werden. Wird CUPRIOR verwendet, ist mit Jahrestherapiekosten von ca. 160.000 € zu rechnen. Wenn CUFENCE eingesetzt wird, sind die Jahrestherapiekosten um mehr als 40.000 € niedriger. Zink (WILZIN) ist ebenfalls eine Alternative mit Jahrestherapiekosten von ca. 3.300 € (Angaben bezogen auf jeweils mittlere Tagesdosierungen). Es gibt in Deutschland etwa 1.500 Patienten mit Morbus WILSON. Eine Prüfung, ob Trientin überhaupt gerechtfertigt ist und wenn ja, dann auf das aktuell weniger teure Präparat umzustellen, macht also einen enormen Unterschied.

N.N. (Name und Anschrift der Redaktion bekannt)
Interessenkonflikt: keiner

Die autosomal rezessiv vererbte Stoffwechselerkrankung Morbus WILSON beruht auf einer gestörten biliären Ausscheidung von Kupfer und dessen Kumulation vor allem in Leber und Gehirn. Dies kann zu Leberfunktionsstörungen bis hin zu Zirrhose und Leberversagen führen sowie neuropsychiatrische Symptome verursachen. Die Chelatbildner D-Penicillamin (METALCAPTASE) und Trientin (CUFENCE, CUPRIOR) bilden stabile Komplexe mit Kupfer, die mit dem Urin ausgeschieden werden.* Nach Leitlinien sollte die Initialtherapie bei symptomatischen Patienten einen Chelatbildner beinhalten.1  mehr 

© 2020 arznei-telegramm, publiziert am 28. August 2020

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