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Korrespondenz

ORALE TOKOLYSE – HEUTE OBSOLET?

Dieser Behauptung im arznei-telegramm 8 (1992), 76 muß entschieden widersprochen werden. Sie kann nur von Leuten aufgestellt werden, die mit der täglichen geburtshilflichen Praxis wenig zu tun haben ... Bei der ambulanten Behandlung von Frühgeburtsbestrebungen mit alleiniger Bettruhe und Magnesiumgabe ist oft keine befriedigende Unterdrückung der Wehen zu erreichen. Bei Einsatz von Fenoterol (PARTUSISTEN) in dreistündlichem Abstand eine halbe Tablette, entsprechend einer Tagesdosis von 20 mg, habe ich noch nie ein Lungenödem gesehen, jedoch innerhalb Tagesfrist eine deutliche Rückbildung der verkürzten Portio und ein Wiederverschließen des eröffneten Muttermundes. Bei einer Therapie von zwei bis drei Wochen ließen sich die vorzeitigen Wehen bei guter Verträglichkeit und nur anfänglicher leichter Tachykardie vollständig unterdrücken. Typischerweise kam innerhalb kurzer Zeit nach Absetzen von Fenoterol meist die Geburt in Gang. Bei der angegebenen Dosierung halte ich eine Gefährdung von Mutter und Kind für wenig wahrscheinlich. Bei der Abwägung von Nutzen und Risiko ergibt sich eine deutliche Senkung der Frühgeburtlichkeit. Ferner erreicht man bei engmaschigen ambulanten Kontrollen, eventuell mit Hausbesuchen und CTG-Überwachung, ein Senkung der Krankenhausverweildauer oder sogar eine gänzliche Vermeidung von Klinikaufenthalten.

Dr. med. K. H. DAUENHAUER (Arzt f. Gynäkologie u. Geburtshilfe)
W-7917 Vöhringen


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