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Korrespondenz

SCHMERZBEHANDLUNG NACH AMBULANTER OPERATION

... Als niedergelassener Anästhesist arbeite ich mit operativ tätigen Kollegen zusammen (ambulante Operationen). Patienten haben nach der Operation Schmerzen, sollen aber nach 2 bis 3 Stunden wieder nach Hause entlassen werden. In der Klinik habe ich häufiger Metamizol (NOVALGIN) eingesetzt und es als zuverlässiges Medikament kennengelernt (Nebenwirkung Agranulozytose bekannt). Welches Medikament kann ich Ihrer Meinung nach im ambulanten Bereich parenteral verabreichen?

Dr. M. BUSCHLER (Arzt f. Anästhesiologie)
D-32549 Bad Oeynhausen

Bei kleineren ambulanten Operationen und nierengesunden Patienten können kurzwirkende nichtsteroidale Analgetika/Antiphlogistika wie Ibuprofen (BRUFEN u.a.) oder Diclofenac (VOLTAREN u.a.) verwendet werden, am besten als Zäpfchen. Nierenschädigungen durch nichtsteroidale Entzündungshemmer, wie sie nach größeren Eingriffen mit Volumenverschiebungen und/oder Kreislaufzentralisation beobachtet werden (vgl. a-t 2 [1990], 25), sind nicht zu befürchten. Die Verfügbarkeit dieser Schmerzmittel aus Suppositorien entspricht weitgehend der nach intramuskulärer Gabe.

Es empfiehlt sich folgendes Vorgehen: Perioperativ erhalten die Patienten ein Opiat parenteral (vgl. a-t 9 [1993], 89), unmittelbar nach dem Eingriff ein Zäpfchen mit 1 g Parazetamol (BENURON u.a.) oder 100 mg Diclofenac oder 600 mg Ibuprofen. Für sehr starke Schmerzen eignen sich Kombinationen aus Parazetamol und Kodein in ausreichender Dosierung (z.B. TALVOSILEN FORTE Zäpfchen).

Metamizol (NOVALGIN u.a.) ist wegen des Risikos schwerer immunogener Erkrankungen für postoperative Schmerzen nicht mehr zugelassen. Bei ambulanten Eingriffen können im Schadensfall Haftungsansprüche wegen Arzneimittelanwendung außerhalb zugelassener Indikationen geltend gemacht werden (a-t 11 [1993], 125), –Red.


© 1994 arznei-telegramm

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