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ANGIONEUROTISCHES ÖDEM UNTER ACE-HEMMERN

Eine 48jährige Frau mit langjährigem Bluthochdruck klagt nach zweimonatiger Einnahme von Ramipril (VESDIL) über akute Halsschmerzen. Innerhalb von zwei Stunden schwillt der Hals an. Atemnot setzt ein. Unter einem Kortikosteroid bildet sich das angioneurotische Ödem binnen zwölf Stunden praktisch völlig zurück (NETZWERK-Bericht 7422). Ein 64jähriger, der zur Blutdrucksenkung Captopril (LOPIRIN) einnimmt, verstirbt nach Rezidiv eines QUINCKE-Ödems im Bereich des Kehlkopfes, das sich unter Prednisolon (SOLU-DECORTIN H) zunächst gebessert hatte (Bericht 2900). Von 31 Verdachtsmeldungen an das NETZWERK zu ACE-Hemmer-bedingten Angioödemen entfallen 13 auf Captopril, 9 auf Enalapril (PRES, XANEF), 4 auf Lisinopril (ACERBON), 3 auf Ramipril und je 1 auf Perindopril (COVERSUM) sowie Quinalapril (ACCUPRO).

Das angioneurotische Ödem gehört zu den gruppenspezifischen Störwirkungen der ACE-Hemmer. Es kann bis zu jeden zwanzigsten Anwender treffen. Als Auslöser wird die örtliche Anreicherung des durch ACE (Kininase II) inaktivierten Entzündungsmediators Bradykinin vermutet (a-t 12 [1991], 117/ati d). Betroffen sind Patienten mit C1-Inhibitor-Mangel. Der Ersatz von C1-Inaktivator (BERINERT HS) wirkt im Notfall lebenserhaltend, während Kortikosteroide bei dieser Form des Angioödems in der Regel versagen (s. auch a-t 6 [1992], 56).


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