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Prostatakarzinom – Kastration versus totale Androgenblockade: Das Prostatakarzinom ist in Industrieländern die zweit- bis dritthäufigste Krebserkrankung des Mannes. In Deutschland sterben nach Schätzungen jährlich etwa 10.000 Betroffene (Dtsch. Ärzteblatt 92 [1995], C-1191). Das bösartige Geschwür der Vorsteherdrüse wird im fortgeschrittenen Stadium durch Androgenentzug behandelt. An erster Stelle stehen Orchiektomie und medikamentöse Kastration durch LH-RH-Agonisten wie Goserelin (ZOLADEX), die den Testosteronspiegel auf ein Zehntel des Normalwertes senken (vgl. a-t 3 [1994], 27; a-t 4 [1992], 36). Ob eine totale Androgenblockade durch zusätzliche Behandlung mit Antiandrogenen wie Cyproteronazetat (ANDROCUR) oder Flutamid (FUGEREL) das Behandlungsergebnis verbessert, wird jetzt durch Auswertung 22 randomisierter Studien geprüft: Bei einem mittleren Beobachtungszeitraum von 40 Monaten besteht kein signifikanter Unterschied bezüglich Gesamtmortalität (58% vs. 56%) und geschätzter 5-Jahres-Überlebensrate (23% vs. 26%). Dabei bleibt unerheblich, welches Antiandrogen verwendet wird (Prostate Cancer Trialists' Collaborative Group: Lancet 346 [1995], 265/ati d).


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