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Hyperglykämie unter Olanzapin (ZYPREXA): Ein 39-jähriger wird mit zunehmender Somnolenz stationär aufgenommen. Der Blutzuckerwert beträgt 890 mg/dl. Wegen einer medikamentös schlecht zu beeinflussenden Psychose nimmt der Patient täglich 15 mg Olanzapin (ZYPREXA, a-t 10 [1997], 103), 900 mg Lithium (QUILONUM) und 30 mg Paroxetin (SEROXAT) ein. Etwa eineinhalb Jahre zuvor musste er bereits einmal wegen eines durch Clozapin (LEPONEX) ausgelösten schweren hyperosmolaren Komas stationär behandelt werden (a-t 4 [1996], 39). Nach Absetzen von Clozapin lagen die Blutzuckerwerte ohne medikamentöse oder diätetische Intervention im Normbereich. Das damalige Ereignis legt den Verdacht nahe, die erneut aufgetretene Hyperglykämie sei durch Olanzapin bedingt. Das Neuroleptikum wird abgesetzt. Unter Insulin normalisiert sich die Stoffwechsellage. Im weiteren Verlauf bleiben Blutzuckerwerte und oraler Glukosetoleranztest ohne weitere Behandlung unauffällig. Die Therapie wird mit Pimozid (ANTALON, ORAP), Paroxetin und Lithium fortgeführt und der Patient in ambulante Betreuung entlassen (Bremer Modell/NETZWERK-Bericht 9325). Clozapin-induzierte Hyperglykämien, insbesondere bei Kombination mit Lithium, sind bekannt (PETERSON, G. A., S. L. BYRD: Am. J. Psychiatry 153 [1996], 737; POPLI, A. P. et al.: J. Clin. Psychiatry 58 [1997], 108). In Verbindung mit dem weniger erprobten Olanzapin fehlen bisher entsprechende Literaturberichte. Die enge Strukturverwandtschaft mit Clozapin lässt jedoch an diese Möglichkeit denken. Auch Paroxetin und Lithium können den Glukosestoffwechsel beeinträchtigen (PETTY, K. J.: Ann. Intern. Med. 125 [1996], 782; PANDIT, M. K.: Ann. Intern. Med. 118 [1993], 529). Da die Blutzuckerwerte unter Beibehaltung dieser Medikamente normal bleiben, erscheinen sie als Ursache unwahrscheinlich.


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