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Korrespondenz

KINDER: KEIN LOPERAMID (IMODIUM U.A.)

Die Substitution von Antidiarrhoika durch Loperamid (IMODIUM u.a.; a-t 1 [1998], 3) ist für Kinder risikobehaftet, da das Loperamid neurologische Symptome und dadurch schwerwiegende Krankheiten vortäuschen kann. ... Im Kindesalter sollte in der Regel nur eine Elektrolyt-Wasser-Substitution mit diätetischen Maßnahmen Anwendung finden.

Dr. med. M. KALZ (Chefarzt der Kinderklinik)
D-16816 Neuruppin

Extrapyramidal-motorische Effekte und Ileus durch Loperamid (IMODIUM u.a.) gefährden vor allem Kinder. Im ersten und zweiten Lebensjahr ist das Antidiarrhoikum daher kontraindiziert (a-t 10 [1990], 91; 3 [1991], 29). Die neuroleptischen Effekte beruhen auf der Seitenkette des synthetischen Opioids, die die Penetration des Mittels durch die Blut-Hirnschranke behindern soll.

Der als herstellerfreundlich anzusehende Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht (a-t 2 [1998], 13) sprach sich im Juli 1997 dafür aus, Kinder ab dem vollendeten sechsten Lebensjahr von der Rezeptpflicht freizustellen (bisher ab 12 Jahren). Der Gesetzgeber ist diesem Votum mit gutem Grund nicht gefolgt, -Red.


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