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Leukopenie auch unter Rabeprazol (PARIET): Bei einer 41-jährigen Frau mit Refluxkrankheit zweiten Grades fallen unter der Einnahme des neuen Protonenpumpenhemmers Rabeprazol (PARIET, vgl. a-t 1 [1999], 2) die Leukozytenwerte ab. Nach einwöchigem Auslassversuch steigen sie von 2.800/µl wieder auf 3.700/µl an. Auch unter anderen Protonenpumpenhemmern erkrankt die Frau an Leukopenie (NETZWERK-Bericht 10.048). Für die bereits seit mehreren Jahren erhältlichen Vertreter dieser Wirkgruppe Omeprazol (ANTRA u.a.) und Lansoprazol (AGOPTON, LANZOR) wird in den Produktinformationen Leukopenie als Störwirkung genannt. Für Pantoprazol (PANTOZOL, RIFUN) und Rabeprazol fehlen entsprechende Hinweise. Die Auflistung nur der wenigen zum Zeitpunkt der Markteinführung bekannten Störwirkungen täuscht gute Verträglichkeit vor - unterstützt durch Kommentare des Herstellers: "günstiges Nebenwirkungsprofil" (Eisai: PARIET Produktmonographie 1998, Seite 38). Bei Varianten etablierter Wirkprinzipien muss sich die Zulassungsbehörde hinsichtlich der Störwirkungen am Wissensstand zur Leitsubstanz orientieren und diese Erkenntnisse in den Fachinformationen berücksichtigen. Während die Rote Liste 1990 Störwirkungen von ANTRA in sieben Zeilen fasst, benötigt die 99-er Version für ANTRA MUPS bereits 50 Zeilen. Der vage Begriff "Blutbildveränderungen" ist inzwischen mit Leukopenie, Agranulozytose, Panzytopenie und Thrombozytopenie spezifiziert. Auch für Rabeprazol wird die Liste der unerwünschten Wirkungen länger werden. Eine erste Änderung der Produktinformation ist in Vorbereitung (Eisai GmbH: Schreiben vom 28. Juni 1999).


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