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Bedenkliche Werbeaktivitäten für Albumin: Wegen erhöhter Sterblichkeit von Patienten nach Anwendung von Humanalbumin bei Hypovolämie und Hypoalbuminämie, nach Trauma, operativen Eingriffen oder Verbrennungen wird auf Grund validierter Metaanalysen (COCHRANE Library) geraten, den Gebrauch drastisch einzuschränken und den Nutzen in gut kontrollierten Studien zu überprüfen (a-t 1998; Nr. 8: 76). Seitdem ist der Absatz von Albumin deutlich zurückgegangen. Das 1998 eingeleitete Stufenplanverfahren zu Albumin dauert an. Das PAUL-EHRLICH-Institut wartet eine geplante EU-weite Verschärfung der Fachinformation (strengere Indikation, Warnhinweise u.a.) ab (PAUL-EHRLICH-Institut: Schreiben vom 3. März 2000). Plasmaproduzenten steuern indes bereits gegen, legen aber keine neuen qualifizierten Studien vor, sondern ein über vier Millionen DM teures internationales Werbeprogramm auf. Die Aktivitäten sollen primär bei wissenschaftlichen Konferenzen ansetzen. Internetseiten, Workshops, Stellungnahmen von "Experten" u.a. sind zu erwarten (YAMEY, G.: BMJ 2000; 320: 533). Wir befürchten Desinformation durch breite Pro-Albumin-Veröffentlichungen, -Red.

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