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Nebenwirkungen

SUIZIDALITÄT UND SCHWERE HAUTREAKTIONEN UNTER MALARONE

Nach zweitägiger Einnahme von Atovaquon plus Proguanil (MALARONE) zur Malariaprophylaxe entwickelt ein Arzt während einer Afrikareise krampfartige Bauchschmerzen. Ab dem vierten Einnahmetag leidet er an starker Depression mit Wahnvorstellungen und Suizidgedanken (NETZWERK-Bericht 12.468). Depression und Angst unter Einnahme der Kombination sind auch bei jeweils 3 (0,6%) von 493 Anwendern einer Sicherheitsstudie aufgetreten.1 Solche neuropsychischen Effekte werden auch unter Mefloquin (LARIAM) beschrieben (a-t 2002; 33: 89-90, s. Seite 78).

Auch das bei Mefloquin bekannte STEVENS-JOHNSON-Syndrom ist nun unter MALARONE dokumentiert: Ab dem zweiten Tag der Malaria-Prophylaxe mit MALARONE entwickelt ein 65-jähriger Namibia-Tourist schmerzhafte Geschwüre an Mundschleimhaut und Lippen, im Weiteren zusätzlich rote Flecken an Körperstamm und Gliedmaßen sowie Erosionen an der Glans penis. Nach Absetzen von MALARONE und unter Therapie mit Antihistaminikum und Kortikoid konfluieren die Hautläsionen zu teils bullösen Herden, vor allem am Rücken, bevor Besserung einsetzt. Zurück in Europa bestätigen histologische Untersuchungen zusammen mit dem klinischen Aspekt der im Abklingen befindlichen Hautveränderungen den bereits zuvor gestellten Verdacht auf STEVENS-JOHNSON-Syndrom.2

Depression und Suizidalität sowie STEVENS-JOHNSON-Syndrom werden in der aktuellen Fachinformation von MALARONE3 nicht erwähnt.

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