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Nebenwirkungen

KIEFERNEKROSEN UNTER ALENDRONAT (FOSAMAX, GENERIKA)

Osteonekrosen des Kiefers unter Bisphosphonattherapie treten vor allem bei Krebspatienten auf, die die Mittel intravenös erhalten. Am häufigsten wird Zoledronat (ZOMETA) verdächtigt. Der Komplikation geht oft ein zahnärztlicher Eingriff voraus (vgl. a-t 2007; 38: 99-101; 2005; 36: 23-4). Für Osteoporosepatienten unter oralen Bisphosphonaten wie Alendronat (FOSAMAX, Generika) wurde das Risiko einer Kiefernekrose dagegen zunächst als gering eingestuft.1

Nach einer aktuellen Untersuchung von Zahnmedizinern der Universität Südkalifornien1 könnte die Gefährdung unter Alendronat jedoch größer sein als bislang vermutet: Nach den Krankenakten der Zahnklinik wird bei 9 (4,3%) von 208 Patienten mit Einnahme von Alendronat in der Vorgeschichte eine Kiefernekrose diagnostiziert, die sich im Anschluss an eine einfache Zahnextraktion (4 [6,1%] von 66 Patienten) oder bei Vorliegen von Zahnersatz-bedingten Schleimhautschäden (z.B. Prothesendruckstelle; 5 [3,5%] von 142 Patienten) entwickelt. Die Betroffenen, Frauen zwischen 63 und 80 Jahren, hatten das Bisphosphonat zwölf Monate und länger angewendet. Dagegen wird die Komplikation bei keinem von 4.384 Patienten ohne Alendronat-Anamnese nach Zahnextraktion beobachtet. Offenbar kann selbst eine vergleichsweise kurzzeitige Einnahme des Bisphosponats bei einigen Patienten nach bestimmten zahnmedizinischen Eingriffen zu Kiefernekrosen führen.1

Weitere Studien sind dringend erforderlich, um das Ausmaß der Gefährdung besser einschätzen zu können.1 Untersuchung und gegebenenfalls Sanierung der Zähne vor Therapiebeginn sollte nicht nur - wie in den Fachinformationen von Alendronat,2 aber auch beispielsweise von Zoledronat3,4 empfohlen - bei Vorliegen von Risikofaktoren wie schlechter Mundhygiene erfolgen, sondern generell, -Red.

 1SEDGHIZADEH, P.P. et al.: J. Am. Dent. Assoc. 2009; 140: 61-6
 2MSD: Fachinformation FOSAMAX 10 mg Tabletten, Stand Aug. 2008
 3Novartis: Fachinformation ACLASTA, Stand Sept. 2008
 4Novartis: Fachinformation ZOMETA, Stand Juli 2008

© 2009 arznei-telegramm, publiziert am 16. Januar 2009

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