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Therapiekritik

DUALE PLÄTTCHENHEMMUNG ODER THROMBOLYSE BEI „LEICHTEM“ SCHLAGANFALL?

Die 2022 aktualisierte S2e-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) empfiehlt bei Erwachsenen jeden Alters mit akutem ischämischen Schlaganfall und „behindernden“ Symptomen eine systemische Thrombolyse mit Alteplase (ACTILYSE; a-t 2010; 41: 82, 2022; 53: 44-5 u.a.), falls der Beginn der Symptome nicht länger als 4,5 Stunden zurückliegt. Was die DGN unter „behindernden“ Symptomen versteht, bleibt letztlich im Unklaren, auch weil es nach ihrer Auffassung „keine einheitliche Definition eines leichten Schlaganfallsyndroms gibt“. Sie stellt aber explizit klar, dass die Behinderung unabhängig von dem NIHSS*-Schweregrad zu bewerten ist und auch bei einem NIHSS ≤ 5 „erheblich behindernde Symptome“ vorliegen können.1 Trotz der positiven Ergebnisse aus mehreren randomisierten Studien für eine duale Plättchenhemmung mit Azetylsalizylsäure (ASS; ASPIRIN PROTECT, Generika) plus Clopidogrel (PLAVIX, Generika) oder Ticagrelor (BRILIQUE) bei leichten akuten ischämischen Schlaganfällen oder transitorischen ischämischen Attacken (TIA)2 (siehe auch a-t 2019; 50: 19-20) spricht sich die DGN auf der anderen Seite explizit gegen deren routinemäßigen Einsatz aus und empfiehlt sie nur als Option innerhalb von 24 Stunden für ausgewählte Patienten, die keine systemische Thrombolyse oder endovaskuläre Therapie erhalten.1  mehr 

© 2023 arznei-telegramm, publiziert am 25. August 2023

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