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VORSICHT: MIDAZOLAM (DORMICUM)
NICHT ZUSAMMEN MIT AZOLANTIMYKOTIKA

Das zur Prämedikation sowie zur Narkoseeinleitung verwendete Benzodiazepin Midazolam (DORMICUM) läßt sich schlecht steuern und kann zu Todesfällen führen (a-t 7 [1991], 64). Gleichzeitig eingenommene Medikamente wie Erythromycin (ERYCINUM u.a.) können die Wirkung verstärken.

Die Azolantimykotika Itraconazol (SEMPERA, SIROS) und Ketoconazol (NIZORAL) erhöhen die Midazolam-Spitzenspiegel um das Drei- bzw. Vierfache und verlängern die Eliminationshalbwertszeit von knapp drei auf acht bzw. neun Stunden. Das Benzodiazepin wirkt deutlich stärker und länger: Gesunde Probanden lassen sich in der ersten Stunde nach Einnahme von 7,5 mg Midazolam kaum wecken. Bei den meisten stellt sich für Stunden Amnesie ein.

Midazolam wird in der Leber durch das Enzym Cytochrom P450 abgebaut. Azolantimykotika hemmen diesen Schritt. Auch das Benzodiazepin Triazolam (HALCION) könnte diese Interaktion eingehen. Erhöhte Wirkspiegel bei gleichzeitiger Einnahme von Azolantimykotika und den neueren Antihistaminika Terfenadin (TELDANE u. a) und Astemizol (HISMANAL; a-t 7 [1992], 72; 11 [1992], 116) verursachen lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen. Die Wechselwirkung beruht auf dem gleichen Mechanismus.

FAZIT: Die Azolantimykotika Ketoconazol (NIZORAL) und Itraconazol (SEMPERA, SIROS) verdreifachen etwa die Plasmaspitzenspiegel und Eliminationshalbwertszeit von Midazolam (DORMICUM). Die Wirkung des Benzodiazepins wird verstärkt und verlängert. Die gleichzeitige Anwendung ist zu vermeiden.

OLKKOLA, K. T. et al.: Clin. Pharmacol. Ther. 55 (1994), 481 / ati d


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