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Ticlopidin (TIKLYD) – Gerinnungshemmung kontra Cholesterinanstieg: Den Thrombozytenaggregationshemmer Ticlopidin (TIKLYD) bewerten wir wegen des Risikos lebensbedrohlicher Blutschäden als Reservemittel (vgl. a-t 4 [1993], 37; 7 [1993], 68). Vor zehn Jahren beobachtete ein schwedischer Kardiologe eine Zunahme der "atherogenen" VLDL- und LDL-Fraktionen um 15% bis 20% (a-t 1 [1985], 5). In der Fachinformation (Stand: April 1995) heißt es dagegen: "Ein bis vier Monate nach Beginn der Therapie liegen die Serumspiegel 8% bis 10% über den Ausgangswerten. Ein weiterer Anstieg ... wird nicht registriert. Das Verhältnis der Lipoproteinsubfraktionen (insbesondere HDL zu LDL) bleibt unverändert." Diese Steigerungsraten werden zum Teil erheblich überschritten: Ein Internist aus Helmstedt berichtet über einen Patienten, der nach Ballondilatation unter ASS erneut einen Koronarverschluß erleidet und auf Ticlopidin umgestellt wird. Innerhalb von zehn Monaten steigt sein Cholesterinspiegel um 30% auf 291 mg/dl, das LDL-Cholesterin um 40% auf 217 mg/dl, während die HDL-Fraktion um 15% auf 47 mg/dl sinkt. Dem Kollegen stellt sich die Frage, "inwieweit bei längerfristiger Cholesterinerhöhung der Wert der TIKLYD-Prophylaxe aufgehoben wird" (NETZWERK-Bericht 8262). Bei einer 73jährigen mit normalen Triglyzeridwerten und 310 mg/dl Serumcholesterin steigen dreieinhalb Wochen nach Beginn der Einnahme von Ticlopidin die Triglyzeridspiegel auf 550 mg/dl und das Cholesterin auf 370 mg/dl (+19%). Sie erkrankt außerdem an intrahepatischer Cholestase (7465). Die erhöhten Cholesterinwerte von zwei weiteren Patienten haben sich Wochen nach Absetzen noch nicht zurückgebildet (6929, 8264). Nach Ansicht von Sanofi Winthrop betrifft der Anstieg der Blutfette speziell stark Übergewichtige und Personen mit besonders niedrigem Cholesterinspiegel um 150 mg/dl (Fax vom 16. Nov. 1995). Die uns vorliegenden Berichte bestätigen dies nicht, –Red.


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