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Brustkrebs - Nutzen von adjuvanter Chemotherapie und Tamoxifen (NOLVADEX u.a.) bekräftigt: Adjuvante Chemotherapie, etwa mit CMF*-Schema, senkt die Sterblichkeit durch Brustkrebs auch dann, wenn zum Operationszeitpunkt keine regionären Lymphknoten befallen sind. Nach einer Metaanalyse randomisierter Studien profitieren besonders Frauen unter 50. Die Zehnjahres-Überlebensrate bei lokalisiertem Mammakarzinom steigt in dieser Altersgruppe durch adjuvante Chemotherapie von 42% auf 54%, wenn die Lymphknoten infiltriert, und von 72% auf 78%, wenn die Lymphknoten tumorfrei sind (vgl. a-t 2 [1997], 18). Die Überlebensraten von Frauen zwischen 50 und 70 Jahren nehmen ebenfalls zu (von 46% auf 49% bzw. von 65% auf 71%). Die Behandlung über sechs Monate hinaus zu verlängern, bringt wahrscheinlich keine Vorteile. Eine weitere Metaanalyse derselben Arbeitsgruppe, die bislang größte systematische Auswertung randomisierter Studien zu einem Krebsmittel, bekräftigt den Nutzen von adjuvantem Tamoxifen (NOLVADEX u.a.) für Frauen mit lokalisiertem Tumor und positivem oder unsicherem Hormonrezeptorstatus. Entgegen früheren Berichten profitieren unter 50-jährige ebenso wie ältere. Das Antiöstrogen steigert die Zehnjahres- Überlebensrate unabhängig davon, ob Lymphknoten infiltriert sind oder nicht (von 50% auf 61% bzw. von 73% auf 79%). Fünfjährige Einnahme wirkt sich deutlich besser aus als eine kürzere Behandlungsdauer. Längere Anwendung lässt sich derzeit nicht begründen (a-t 1 [1996], 14). Der Nutzen von Tamoxifen addiert sich zu dem der Chemotherapie. Frau en, für die beide Behandlungsformen in Betracht kommen, sollen das Antiöstrogen nach Beendigung der Chemotherapie einnehmen. Bei gleichzeitiger Anwendung könnte Tamoxifen die Wirksamkeit der zytotoxischen Mittel beeinträchtigen, da es die Zellteilung verlangsamt. Direkte Vergleiche zum Kombinationsschema fehlen aber (Early Breast Cancer Trialists' Collaborative Group: Lancet 352 [1998], 930 und 351 [1998], 1451).

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CMF: Cyclophosphamid (ENDOXAN u.a.), Methotrexat (METHOTREXAT LEDERLE u.a.) und Fluorouracil (FLUROBLASTIN u.a.)


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