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Korrespondenz

CLOPIDOGREL (PLAVIX U.A.)
PLUS ASS (ASPIRIN U.A.) NACH PTCA MIT STENT?

Einer meiner Patienten wird nach perkutaner transluminaler Koronar-Angioplastie (PTCA) und Stent-Implantation mit Verordnung von ASS (ASPIRIN u.a.) plus Clopidogrel (PLAVIX u.a.) entlassen. Clopidogrel soll insgesamt vier Wochen zusätzlich zu ASS eingenommen werden. Lässt sich diese Empfehlung begründen?

Dr. med. N. LOMMEL (prakt. Arzt)
D-60314 Frankfurt

Die auf zwei bis vier Wochen befristete Kombination von Azetylsalizylsäure (ASS; ASPIRIN u.a.) mit Ticlopidin (TIKLYD u.a.) schützt Patienten nach PTCA mit Stent besser vor frühzeitigem Stentverschluss als ASS allein oder ASS plus orale Antikoagulation (a-t 6 [1999], 62).1,2 Obwohl nicht dafür zugelassen, hat sich dieses Schema allgemein durchgesetzt. Heute wird bereits vielfach dem weniger toxischen Clopidogrel (ISCOVER, PLAVIX; a-t 8 [1998], 70) der Vorzug gegeben.

Nach Zwischenauswertung der CLASSICS*-Studie wirken täglich 75 mg Clopidogrel plus ASS über vier Wochen gleich gut wie ein Regime mit zweimal täglich 250 mg Ticlopidin plus ASS. Die Komplikationsrate einschließlich Neutro- und Thrombozytopenien soll aber mit 4,5% versus 9% deutlich niedriger sein.3 Auch Clopidogrel hat für diese Indikation keine Zulassung. Die auf maximal vier Wochen befristete Anwendung erscheint uns beim jetzigen Kenntnisstand aber begründet und vertretbar.

Es fehlt im Übrigen trotz zunehmender Verbreitung ein Beleg dafür, dass die PTCA mit zusätzlichem Stent Herzinfarktrate und Sterblichkeit günstig beeinflusst (vgl. a-t 9 [1997], 99),4 -Red.

1

LEON, M. B. et al.: N. Engl. J. Med. 339 (1998), 1665

2

SCHÖMIG, A. et al.: N. Engl. J. Med. 334 (1996), 1084

3

Scrip 2421 (1999), 23

4

TOPOL, E. J.: N. Engl. J. Med. 339 (1998), 1702

*  CLopidogrel ASpirin Stent Interventional Cooperative Study


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