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Schädigt Pestwurz die Leber? Nach mehrmonatiger Einnahme des Pestwurz-Rhizomextraktes PETADOLEX (a-t 2001; 32: 4, 13) steigen bei einem Migränepatienten die Leberwerte massiv an. Vier Wochen später wird er wegen zunehmender Verschlechterung des Gesundheitszustandes in die Klinik eingewiesen. Eine infektiöse Ursache für die nekrotisierende Hepatitis lässt sich ausschließen. Mehrere Wochen nach Absetzen des Wurzelstock-Extraktes kann der 58-Jährige die Klinik mit deutlich gebesserten Leberwerten verlassen (NETZWERK-Bericht 11.469). Auch heftige Bauchschmerzen und Fettstühle einer Patientin werden mit der zweimonatigen Einnahme von Pestwurz in Verbindung gebracht (10.285). Während das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) keine Berichte über unerwünschte Wirkungen an Leber und Galle dokumentiert (Schreiben vom 4. Okt. 2001), sind der Firma Weber & Weber insgesamt drei Verdachtsberichte über Beeinträchtigung der Leberfunktion, darunter einer über cholestatische Hepatitis, zugegangen. Das Befinden der Betroffenen hat sich nach Absetzen gebessert (Schreiben vom 15. Okt. 2001). In PETADOLEX soll der Gehalt an leberkarzinogenen Pyrrolizidinalkaloiden (a-t 1987; Nr. 3: 26-9) unterhalb der Nachweisgrenze liegen (Weber und Weber: Schreiben vom 6. Nov. 2000). Pestwurz ist nach Schöllkraut (PANCHELIDON N u.a.; a-t 1997; Nr. 11: 118) und Kava Kava (LAITAN u.a.; a-t 2000; 31: 64 und 2002; 33: 21) der dritte rezeptfreie Pflanzenextrakt, dessen potenzielle Lebertoxizität durch Spontanberichte auffällt. Bei Verdacht auf Leberschäden in Verbindung mit Pestwurz-Extrakt bitten wir um Mitteilung an unser NETZWERK DER GEGENSEITIGEN INFORMATION (Erhebungsbogen finden Sie auch im Internet unter www.arznei- telegramm.de).

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