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"Grippe"-Impfstoffe für 2011/12

Nach und nach kommen in diesen Wochen die aktuellen trivalenten Grippeimpfstoffe in den Handel. Alle Vakzinen entsprechen der Antigenempfehlung der Weltgesundheitsorganisation, der gleichen wie in der vergangenen Impfsaison. Dennoch soll erneut geimpft werden, da nur von einer Schutzdauer von sechs bis zwölf Monaten auszugehen ist. Der Nutzen der Grippeimpfstoffe wird allerdings allgemein überschätzt. Valide Wirksamkeitsdaten fehlen (a-t 2008; 39: 101-2). Neu in Deutschland ist dieses Jahr der in Zellkulturen (Verozellen) hergestellte Impfstoff PREFLUCEL. Dieser ist für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen. Der erste auf Verozellen* produzierte und bereits 2007 von Novartis beworbene Grippeimpfstoff OPTAFLU (a-t 2007; 38: 111-2) ist bis heute in Deutschland nicht in den Handel gekommen. Das adjuvantierte FLUAD wird ausschließlich für Erwachsene ab 65 Jahren angeboten. Klinische Belege fehlen, dass adjuvantierte Vakzinen tatsächlich besser schützen (a-t 2007; 38: 48). Sie verursachen aber mehr unerwünschte Wirkungen als nicht adjuvantierte Produkte. Die intradermale Vakzine INTANZA 15 µg ist nur für Personen ab 60 Jahren zugelassen. In Österreich ist zudem INTANZA 9 µg für unter 60-Jährige im Handel. Wirkvorteile für den intradermalen Impfstoff sind ebenfalls nicht dokumentiert. Da lokale Störwirkungen deutlich häufiger auftreten als bei i.m.-Injektion, sehen wir keine Anwendungsnische (a-t 2009; 40: 75). Die übrigen Influenza-Impfstoffe dürfen auch für Kinder ab 6 Monaten verwendet werden (AFLURIA ab 5 Jahren; a-t 2010; 41: 106). In der nachfolgenden Tabelle vergleichen wir die Grippeimpfstoffe hinsichtlich möglicher Rückstände, Vorhandensein von Nadelschutz bei fest verbundenen Kanülen, Länge der Kanülen und Kosten für Packungsgrößen von 1 sowie 10 Fertigspritzen.

*   Korrektur nach Drucklegung: OPTAFLU wurde auf MDCK-Zellen produziert.

Korrektur zu a-t 2011; 42: 71: Der Grippeimpfstoff OPTAFLU wurde auf MDCK-Zellen produziert und nicht - wie irrtümlich geschrieben - auf Verozellen, -Red.

© 2011 arznei-telegramm, publiziert am 19. August 2011

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