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Schmetterlingserythem unter Cimicifuga (REMIFEMIN): Eine 52-jährige Frau nimmt gegen Wechseljahresbeschwerden mehrere Jahre lang zunächst unregelmäßig Cimicifuga (REMIFEMIN) ein. Nach einem halben Jahr mit täglich zwei Tabletten entwickelt sie im Gesicht ein schmetterlingsförmiges Erythem. Der Verdacht auf die medikamentös induzierte Immunerkrankung Lupus erythematodes verstärkt sich bei ihrem Arzt, als die Bestimmung des antinukleären Antikörpertiters positiv ausfällt (ANA 1:640). Nach Absetzen des Phytopharmakons bildet sich die Symptomatik vollständig zurück. Ein Jahr später werden keine Antikörper mehr nachgewiesen (NETZWERK-Bericht 10.432). Verschiedene Medikamente können ein Lupus-erythematodes-ähnliches Syndrom mit einer Verzögerung von drei Wochen bis drei Jahren auslösen, beispielsweise Procainamid (PROCAINAMID DURILES u.a; a-t 1989; Nr. 2: 22), Methyldopa (PRESINOL u.a.; a-t 1998; Nr. 2: 15), Minocyclin (KLINOMYCIN u.a.; a-t 1996; Nr. 2: 23-4; 1999; Nr. 4: 48) u.a. Die Pathogenese ist bisher nicht geklärt. Wichtigste therapeutische Maßnahme ist das Absetzen des auslösenden Medikaments. Meist bildet sich die Symptomatik dann rasch zurück ("Vom Verdacht zur Diagnose", A.T.I. Berlin, 2. Aufl. 1998, Seite 535-7). Vereinzelt wird auch in Verbindung mit Östrogenen Lupus erythematodes beschrieben (a-t 1995; Nr. 7: 80). Ob hier der Schlüssel zum Verständnis der Störwirkung unter Cimicifuga liegt? Über Nutzen und Risiken der östrogenartigen Effekte des Mittels haben wir mehrfach berichtet (a-t 1995; Nr. 1: 7 und 1999; Nr. 1: 18).

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