Die Information für Ärzte und Apotheker
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arznei-telegramm® - von Ärzten und Apothekern für Ärzte und Apotheker. Unabhängig informiert ohne Einfluss der Pharmaindustrie.
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50 Jahre arznei-telegramm

arznei-telegramm® INTERN – WER WIR SIND UND WIE WIR ARBEITEN

Seit 50 Jahren versorgt das arznei-telegramm® Ärzte und Apotheker mit klaren und zuverlässigen Informationen zu Arzneimitteln. Und seit 50 Jahren verzichtet das a-t bewusst auf Werbeeinnahmen. Die schlichte Zeile im Impressum – „Das a-t wird ausschließlich über die Abonnements finanziert“ – signalisiert eine unserer wichtigsten Grundlagen: Die Unabhängigkeit. Da das a-t weder von Warenanbietern noch von Krankenkassen, Standesorganisationen, Parteien oder sonstigen Interessengruppen gesponsert oder auf andere Weise unterstützt wird, kann es ohne Einflussnahme ausschließlich auf Grundlage der besten verfügbaren Daten – also so evidenzbasiert wie möglich – Therapeutika bewerten.

Wie stark der Einfluss von Werbemaßnahmen auf die Bewertung von Arzneimitteln in Zeitschriften sein kann, dokumentiert eine 2011 veröffentlichte Untersuchung von Allgemeinmedizinern: Der zufolge erhalten Leser von Zeitschriften, die vor allem über Werbung finanziert werden wie Ärzte Zeitung, Medical Tribune und Münchener Medizinische Wochenschrift (MMW), fast nur sehr positive (91,8%) oder positive (7%) Bewertungen neuerer, viel beworbener Arzneimittel, während die Bewertungen in Fachzeitschriften ohne Werbeeinnahmen wie dem arznei-telegramm® meist gegenteilig ausfallen: 82,3% ablehnend oder sehr ablehnend und je 8,8% neutral oder positiv (s. Abb. 1). Die nachvollziehbare Folgerung der Autoren: Ärzte müssen sich entscheiden zwischen werbefreien Fachzeitschriften mit objektiven Informationen, die allerdings bezahlt werden müssen (a-t ab 56 €/Jahr,* –Red.), und kostenlos vertriebenen Periodika mit potenziell verzerrten Informationen (a-t 2011; 42: 39).

*Studenten ab 38 €/Jahr; Weiteres siehe Impressum siehe hier.

Unabhängige Pharmazeitschriften (s. Kasten) wie das arznei-telegramm® haben international seit Jahrzehnten eine wichtige Lotsenfunktion. Sie gelten als verlässliche Informationsquelle und notwendiges Korrektiv für Darstellungen des Pharmamarketings. Und sie geben praxisnahe Empfehlungen mit Blick auf den für Patienten relevanten belegten Nutzen im Verhältnis zu (potenziellen) Schadwirkungen. Der Nutzen von Arzneimitteln wird so evidenzbasiert wie möglich bewertet und gegen die unerwünschten Effekte abgewogen, wobei – im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes – auch Signale zu potenziellen Schadwirkungen einbezogen werden. Der Beitrag des a-t zu mehr Rationalität und Sicherheit in der medikamentösen Therapie wurde 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt (a-t 2011; 42: 83).

UNABHÄNGIGE ZEITSCHRIFTEN INTERNATIONAL

1959*The Medical Letter (USA)
secure.medicalletter.org
1963Drug Therapeutics Bulletin (GB)
dtb.bmj.com
1967Der Arzneimittelbrief (D)
www.der-arzneimittelbrief.de
1967geneesmiddelen bulletin (NL)
www.ge-bu.nl
1969UAAB-Flugblätter/arznei-telegramm® (D)
www.arznei-telegramm.de
1975Australian Prescriber (AUS)
www.nps.org.au/australian-prescriber
1977pharma-kritik (CH)
www.infomed.ch
1981La Revue Prescrire (F)
www.prescrire.org
1981Pharma-Brief (D)
www.bukopharma.de
1992Prescrire International (F)
english.prescrire.org
1995Worst Pills, Best Pills (USA)
www.worstpills.org
2005Gute Pillen – Schlechte Pillen (D)
gutepillen-schlechtepillen.de

Außer dem US-amerikanischen Medical Letter sind alle beispielhaft genannten Zeitschriften – und viele mehr – Mitglied der 1986 gegründeten International Society of Drug Bulletins (ISDB; www.isdbweb.org), Prescrire International über die Mutterzeitschrift La Revue Prescrire und die deutsche Zeitschrift für Laien Gute Pillen – Schlechte Pillen über die Gründungszeitschriften arznei-telegramm®, Der Arzneimittelbrief und Pharma-Brief.

* Jahreszahl = Jahr des ersten Erscheinens

Entsprechend der Tradition der meisten unabhängigen Pharmazeitschriften weltweit sind a-t-Artikel nicht namentlich gekennzeichnet. Vor allem in den Anfangsjahren sollten so Autoren vor Diffamierungen und Einflussnahmen durch Warenanbieter geschützt werden. Heute steht für uns ein anderer Aspekt im Vordergrund: Jeder Artikel des a-t wird von einem oder zwei Redaktionsmitgliedern – ausschließlich Fachkollegen, überwiegend Ärztinnen und Ärzte – erarbeitet. Anschließend wird jeder Text von allen RedaktionskollegInnen und externen Beratern (auch ehemalige a-t-Kollegen, die jetzt in Klinik oder Praxis tätig sind) kritisch gelesen und korrigiert, bevor mithilfe sämtlicher eingegangener Anmerkungen und Korrekturen die Endfassung entsteht, die wiederum einen Fakten-Check durchläuft. Jeder a-t-Artikel hat somit viele Verfasser und drückt die Bewertung der gesamten Redaktion aus.**

** Abweichende Bewertungen einzelner Redaktionsmitglieder, die bislang selten vorgekommen sind, werden deklariert, z.B. in a-t 2018; 49: 102.

Das a-t wertet routinemäßig rund 70 nationale und internationale Zeitschriftensowie themenbezogen gezielt Artikel auch in weiteren Zeitschriften aus sowie Datenbanken wie PubMed, Cochrane, Studienregister u.a., ferner Veröffentlichungen relevanter nationaler und internationaler Arzneimittelbehörden, Zulassungsunterlagen, Leitlinien, Publikationen von IQWiG, G-BA, NICE u.a. In diesen Quellen findet die Redaktion Anregungen für praxisrelevante Themen und wesentliche Informationen, um den Nutzen von Arzneimitteln mit dem der übrigen medikamentösen Möglichkeiten zu vergleichen, neu in den Handel gebrachte Arzneimittel zu bewerten und Risiken abzuwägen.

Wichtige Anregungen stammen auch aus Anfragen unserer Leserinnen und Leser mit oft kniffligen Fragestellungen, die zum Teil umfangreiche Recherchen erfordern. Die bunte und praxisbezogene Vielfalt der Themen der Korrespondenz-Rubrik mit redaktionellen Kommentaren ist wichtiger Bestandteil des a-t.

Im Rahmen der Recherchen fordern wir regelmäßig auch bei Warenanbietern und ggf. bei Behörden Daten an, die dort zu Nutzen und Schaden vorhanden sind, und zwar grundsätzlich schriftlich. So erhalten wir – sofern die Firmen reagieren (vgl. Seite a-t 2019; 50: 105-8) – nachvollziehbare und nachprüfbare Stellungnahmen auch von diesen Seiten. Firmenvertreter haben jedoch keinen Zugang zu unseren Redaktionsräumen.

Im Laufe der Jahre haben sich im Rahmen der redaktionellen Arbeit nahezu zwangsläufig einige Projekte ergeben (s. Kasten), insbesondere das NETZWERK DER GEGENSEITIGEN INFORMATION und die atd Arzneimitteldatenbank:

DAS a-t – MEHR ALS EINE ZEITSCHRIFT

1969Flugblätter des UAAB
1970Start als arznei-telegramm® (a-t)
1977Erstes transparenz-telegramm und damit erstmals systematische Preisvergleiche für Arzneimittel. Kontinuierlich erweitert. 1992 umbenannt in Arzneimittelkursbuch (AKB).
1986NETZWERK DER GEGENSEITIGEN INFORMATION, das erste und einzige Nebenwirkungs-Erfassungssystem einer wissenschaftlichen Zeitschrift: Damit Berichte zu unerwünschten Wirkungen nicht mehr firmenintern bleiben oder in einem behördlichen Bermudadreieck versickern (a-t 1985; Nr. 8: 59-60 und 2002; 33: 123-4).
1997a-t im Internet; a-t-Abonnenten können in allen a-t-Texten ab 1990 bis zur aktuellen Ausgabe recherchieren – derzeit also in 30 Jahrgängen.
1999blitz-a-t per E-Mail für Dringendes zwischen den a-t-Ausgaben.
2000Die atd Arzneimitteldatenbank, die auch die Daten für das Arzneimittelkursbuch lieferte, ist gegen Lizenz im Internet zugänglich.
2002Abonnenten können unerwünschte Wirkungen im Internet in der Datenbank des NETZWERK DER GEGENSEITIGEN INFORMATION recherchieren.
2005Mitgründung der unabhängigen und werbungsfreien Patientenzeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen (GPSP; www.gutepillen-schlechtepillen.de).
2006Ärzte und Apotheker (a-t-Abonnenten) erhalten über Online-Fragebogen CME-Fortbildungspunkte (a-t 2006; 37: 53 und 2007; 38: 33), derzeit bis zu drei Punkte pro Monat.
2010e a-t, digitale arznei-telegramm®-Artikel, für Wichtiges, das in der aktuellen Printausgabe keinen Platz gefunden hat, bzw. für ausführliche Langversionen von a-t-Artikeln.
2013Digitales a-t, das alternativ oder zusätzlich zur Printversion bezogen werden kann. Gleichzeitig erschienene e a-t-Texte werden dem digitalen a-t jeweils angehängt.
2016a-t-App für Smartphones einschließlich Zugang zur atd Arzneimitteldatenbank (für atd-Lizenznehmer)

Im NETZWERK DER GEGENSEITIGEN INFORMATION erfassen wir seit 1986 Verdachtsberichte zu unerwünschten Wirkungen, die überwiegend von a-t-Abonnenten stammen. Die Berichtenden erhalten routinemäßig Ausdrucke der in unserer NETZWERK-Datenbank gespeicherten Angaben ihrer Meldungen. Seit 2002 können a-t-Abonnenten auf unseren Internetseiten in den bislang eingegangenen Verdachtsberichten recherchieren – ausgehend vom Wirkstoff, dem Handelsnamen oder von den unerwünschten Wirkungen. Derzeit enthält das NETZWERK etwa 17.000 Berichte. Das ist quantitativ zwar nicht wirklich viel, aber gerade den a-t-Leserinnen und -Lesern verdanken wir wichtige Erkenntnisse, über die wir regelmäßig im a-t in der Rubrik Netzwerk aktuell berichten. Wie es zur Gründung des NETZWERK kam, beschreiben wir auf a-t 2019; 50: 103-5.

1977 erschien erstmals das transparenz-telegramm (t-t)***. Zunächst handelte es sich um eine reine Preisvergleichsliste mit grafischer Darstellung der Preisverhältnisse durch entsprechend lange Balken. Zwar enthält das a-t von Anfang an themenbezogen Preisvergleiche, das t-t war jedoch die erste Preisliste, in der systematisch Präparate mit gleicher oder ähnlicher Zusammensetzung bzw. gleicher oder verwandter Indikation verglichen wurden. Im Vorwort des mit 176 Seiten noch relativ schmalen ersten Bandes beschreiben ranghohe Mitarbeiter des Bundeskartellamtes die Bedeutung des t-t. Anlässlich kartellrechtlicher Verfahren zu Benzodiazepinen (VALIUM bzw. LIBRIUM) und Vitaminen (insbesondere B12) Anfang der 1970er Jahre sahen sie im Preisbereich gravierende Fehlentwicklungen, die Lösung der Problematik jedoch nicht in kartellrechtlichen Maßnahmen, sondern in der Förderung einer rationalen Arzneimitteltherapie.1

***Das transparenz-telegramm trug zunächst den Untertitel „Weiße Liste“. Dass der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie bzw. der Verlag der ROTEN LISTE die Bezeichnung höchstwahrscheinlich beanstanden würde, war zu vermuten. Die Frage war nur, wie lange Gegenreaktionen auf sich warten ließen. Schließlich musste 1980, als gerade das transparenz-telegramm 1980/1 in Druck gegangen war, der Untertitel „Weiße Liste“ aus den Druckplatten von Titelseite und Buchrücken entfernt werden. Dies machte sich am fertigen Buch durch eine unschöne Lücke zwischen dem Schriftzug transparenz-telegramm und der Jahresangabe bemerkbar.

Noch im Jahr des Ersterscheinens folgte eine erweiterte Ausgabe, die auf nunmehr 288 Seiten bereits einige ergänzende Texte enthielt. Der Aufwand für die Herstellung des t-t war beträchtlich: Jeder Packungspreis musste auf Mikrofilmen herausgesucht und die Kosten pro Tagesdosis mit einem Taschenrechner bestimmt werden. Die Länge der einzelnen Preisbalken, die aus kleinen Quadraten zusammengesetzt waren, also die Zahl der kleinen Quadrate, die hintereinander getippt einen Balken ergaben, musste ausgerechnet und schließlich jeder Preis und jeder Preisbalken Korrektur gelesen werden.

Mit den Jahren erhielt das t-t weitere ergänzende Texte und Tabellen mit unerwünschten Wirkungen, Interaktionen u.a. 1985 kamen in die Preistabellen integrierte Kurzbewertungen der Wirkstoffe bzw. Arzneimittel hinzu – ein erster Schritt in Richtung einer bewertenden Arzneimittelliste. Da inzwischen die Angaben zu Nutzen und Risiken mehr Raum einnahmen als die Preisvergleiche, hieß das t-t ab 1992 Arzneimittelkursbuch (AKB). Die Bewertungen wurden von Ausgabe zu Ausgabe länger und gaben dem Buch seit 1996 Farbe mit Signalcharakter: Grüntöne für positive Bewertungen, Rottöne für Negatives und graue Raster für Varianten ohne besonderen Stellenwert sowie Umstrittenes. Schließlich realisierten wir die sehr berechtigten Wünsche der Leser nach Quellenangaben für unsere Bewertungen. Mit der Ausgabe 2010/11 hatte das Arzneimittelkursbuch schließlich 2.500 Seiten Umfang und wog – trotz des Dünndruckpapiers – 3,8 Kilogramm. Damit war mit der 16. Augabe die Grenze des Machbaren erreicht. Wegen der vielen neuen und komplexen Arzneimittel, vor allem Biologika und Zytostatika, hätte die Folgeausgabe – geschätzt – 3.500 bis 4.000 Seiten haben müssen und wäre damit völlig unhandlich geworden und zudem nicht mehr zu finanzieren gewesen.

Seitdem gibt es den Inhalt des AKB mit zahlreichen zusätzlichen Informationen ausschließlich als atd Arzneimitteldatenbank im Internet. Diese Datenbank war ursprünglich zur Datenverwaltung für die Produktion des t-t entstanden und ist seit 2000 parallel zum Buch im Internet zugänglich – monatlich aktualisiert. Die atd Arzneimitteldatenbank wird ausschließlich über die Lizenzen finanziert (für a-t-Abonnenten 58 €/12 Monate, Einzellizenz), ohne Zuschüsse oder sonstige Einnahmen. Sämtliche Daten werden innerhalb der Redaktion erfasst und bearbeitet – mit Ausnahme der aktuellen Preise, die wir kaufen müssen. Der Informationsumfang der atd wächst kontinuierlich (s. Kasten). Die Datenbank informiert auch über viele Wirkstoffe, die nicht mehr im Handel sind oder hierzulande noch nicht erhältlich, aber beispielsweise in den USA verfügbar sind.

In der atd Arzneimitteldatenbank finden Sie systematisch bearbeitete Angaben zu mehr als 1.900 Wirkstoffen in über 18.000 Arzneimitteln. Die atd Arzneimitteldatenbank wird monatlich aktualisiert und ergänzt.

In ausführlichen Bewertungen werden Nutzen und Schaden abgewogen und Arzneimittel klassifiziert: vom Mittel der Wahl bis zum überholten Therapieprinzip. Die Bewertungen sind durch tausende, zum großen Teil verlinkte Literaturangaben belegt. Die atd informiert über Nebenwirkungen – alphabetisch, nach Häufigkeit oder nach beeinträchtigten Organsystemen sortiert, Anwendungsbereiche mit Dosisangaben für jede Indikation und Wechselwirkungen – alphabetisch oder nach relevant oder fraglich klinisch relevant angeordnet – und enthält Daten zur Pharmakokinetik. Zudem nennt die Datenbank Handelsnamen, Wirkstärke, Packungsgrößen und Preise.

Die übersichtlich und ohne Schnickschnack dargestellte atd kann – wie das a-t – per App auch auf mobilen Geräten genutzt werden.

1892Wirkstoffen, zzgl. Wirkstoffe außer Handel
18491Handelspräparaten, zzgl. Handelspräparate au­ßer Handel mit
2671Bewertungen, zzgl. Bewertungen von Wirkstof­fen außer Handel
8343Indikationen
44614Kontraindikationen
195191unerwünschte Wirkungen
305786Wechselwirkungen
7655Angaben zur Pharmakokinetik

Die Lizenz der atd kostet für Einzelnutzer mit a-t-Abonnement 58 € pro Jahr, für Nichtabonnenten 114 € pro Jahr.* Eine kostenlose Problizenz erhalten Sie unter:

http://www.a-turl.de/?k=ilbe

*Stand November 2019

Unabhängigkeit ist das A und O auch für das Arzneimittelkursbuch und die atd Arzneimitteldatenbank. In einem Punkt hat sie jedoch ihre Grenze: a-t, AKB und atd sind de facto von den Abonnenten, den Lesern bzw. Lizenznehmern, abhängig. Jeder Abonnent und jede Abonnentin des a-t unterstützt unsere Arbeit, ebenso die Lizenznehmer der atd Arzneimitteldatenbank.

Zweifellos bedauern wir es, wenn Kollegen, die prinzipiell kritische Bewertungen im Pharmamarkt wünschen, das a-t kündigen, wenn wir bei der Bearbeitung eines Themas aus sachlichen Gründen nicht die von ihnen erwarteten Schlüsse ziehen können. Das betraf zuletzt beispielsweise unsere Kritik am Sonderstatus der Homöopathie (z.B. a-t 2019; 50: 49-50) oder zuvor die Bewertung der auffälligen Thromboembolierisiken kombinierter Kontrazeptiva mit Gestagenen der 3. und 4. Generation wie Drospirenon (in AIDA u.a.), über die wir vielfach berichtet haben (z.B. a-t 2002; 33: 54 und 2011; 42: 109) – und auf die inzwischen in jeder Fachinformation hingewiesen werden muss (a-t 2015; 46: 41-2).

Bisweilen wird auch beklagt, das a-t berichte zu negativ, es solle mehr positive Texte bringen. Unbestritten sind die mit Werbung gespickten Zeitschriften – wie eingangs beschrieben – dem a-t hinsichtlich positiver, im Klartext: geschönt- oder falsch-positiver Mitteilungen, „überlegen“. Schließlich müssen diese ein positives Umfeld für Werbetreibende schaffen. Bei evidenzbasierten Bewertungen etwa von neuen Arzneimitteln bleibt jedoch oft mehr Fragliches als Positives übrig. Dies deutlich zum Ausdruck zu bringen, erachten wir als wichtige Funktion des a-t. Daher macht das a-t weder um Reizthemen noch um kritische und negative Bewertungen einen Bogen. Im Gegenteil!

1PICKEL, W., SCHMIDT, K.E.: transparenz-telegramm 77/1, Vorwort, 1. Dez. 1976

© 2019 arznei-telegramm, publiziert am 15. November 2019

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